Michael Wilms
Michael Wilms

Michi Wilms sagt beim Abschied leise Servus

Im Alter von 12 Jahren begann Michael Wilms mit der Leichtathletik. Zwei Jahre später nahm er zum ersten Mal an bayerischen Meisterschaften teil, sie fanden im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg statt, an der Bande standen seine Eltern und feuerten ihn an. Am vergangenen Wochenende führte er in Rostock die 3 x 1000 Meter-Staffel der LG Olympia als Schlussläufer ins Ziel und beendete damit seine lange und erfolgreiche Läuferkarriere. 19 Jahre lang war der aus München stammende 31-Jährige auf der Kunststoffbahn, der Straße und im Cross unterwegs.

Nachdem er bei Bundesjugendspielen ganz ordentliche Ergebnisse erzielte, schaffte er als 12-Jähriger die Aufnahme in die sogenannte "S-Klasse", der Sportklasse des Isar-Gymnasiums in München und konnte dort vor dem regulären Unterricht drei Mal in der Woche trainieren. Sein damaliger Sportlehrer Ingo Muggenthal empfahl ihm, sich auch einem Leichtathletikverein anzuschließen und von da an spielte der Sport bei ihm eine große Rolle. Neben den Schulsportstunden und dem Leichtathletiktraining bei der LAG Mittlere Isar spielte er noch zweimal wöchentlich Fußball beim TSV Eching. Die Anforderungen, um in der Sportklasse das Gymnasiums bleiben zu können, wurden immer höher, und schließlich gelang ihm das nur noch als Mittelstreckler und über die Hürden.

Deutscher Vizemeister 2012 über 3000 m Hindernis

"Mein damaliger Stützpunkttrainer, der ehemalige DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow, hat dann in meinem ersten B-Jugendjahr vorgeschlagen, dass ich doch 2000 Meter Hindernis versuchen sollte, was direkt relativ erfolgreich war," erinnert sich Michael Wilms. Und schon bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften 2006 in Bochum-Wattenscheid wurde er Deutscher Vizemeister über 2000 Meter Hindernis. Seinen größten Erfolg erzielte er 2012 als Zweiter der Deutschen Meisterschaften, ebenfalls in Bochum-Wattenscheid, über 3000 Meter Hindernis. Hier lief er mit 8:45,73 Minuten auch seine persönliche Bestzeit. Darüber hinaus gewann er im gleichen Jahr auch mit der 4 x 400 Meter-Staffel seines damaligen Vereins, der LG Stadtwerke München, den nationalen Titel.

"Ich habe früher bei unterschiedlichen Übungsleitern trainiert, und jeder hatte seine eigene Philosophie. Die Trainingslager, die ich damals absolvierte, waren fast ausschließlich mit dem bayerischen Landeskader. Aber seit dem Wechsel zu Pierre kommt alles aus einem Guss," erzählt er. Schon seit Herbst 2010 trainiert er bei Pierre Ayadi, der zu dem damaligen Zeitpunkt einige Athleten in der bayerischen Landeshauptstadt betreute. Nach den erfolgreichen Jahren 2011 und 2012 war es dann der konsequente Schritt, nicht nur bei Pierre Ayadi zu trainieren, sondern ab 2013 auch für die LG Olympia Dortmund zu starten.

"Zunächst blieb es aber bei der Fernbetreuung, da ich in München studierte. Doch seit Anfang 2014 arbeite ich in Münster, weshalb ich öfter beim Training in Dortmund sein kann," erklärt Michael Wilms, der seine berufliche Heimat als verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift "leichtathetiktraining", die Deutschlands Trainer, Sportlehrer und Übungsleiter mit Fachwissen über Trainingsplanung und -umsetzung versorgt, gefunden hat. Zuvor studierte er Sport, machte erst den Bachelor zum Thema "Wissenschaftliche Grundlagen des Sports", anschließend schrieb er seine Masterarbeit über "Training und Diagnostik".

"Ich freue mich darauf, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn einmal ein Training ausfällt"

Mehrere Verletzungen und Operationen sowie seine berufliche Vollzeittätigkeit ließen ihn über das Karrierende nachdenken, und das ist nun gekommen. "Ich werde als ambitionierter Hobbyläufer weiter der Leichtathetik treu bleiben, aber nur noch nach Lust und Laune laufen. Ich freue mich darauf, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn einmal ein Training ausfällt", will er es in Zukunft lockerer angehen lassen. Am 14. Oktober will er beim München-Marathon sein Debüt über die 42,195 Kilometer geben, aber dabei nicht bis zum Anschlag laufen. "Dabei wird mich Christophe Chayriguet begleiten, der früher ebenfalls für die LG Olympia Dortmund gestartet ist und auch für ihn wird es der erste Marathon sein."

"Die Leichtathletik hat mir unglaublich viel gegeben. Einmalige Erfahrungen in Trainingslagern wie zum Beispiel in Marokko, Kenia und den USA, aber auch auf Wettkämpfen. Ich habe durch den Sport so viele gute Freunde gefunden. Auch meine Freundin Katharina Seelos habe ich durch das Laufen kennengelernt," blickt er zurück und ergänzt: "Zuletzt ist das Verhältnis zu Pierre Ayadi weit mehr als eine gewöhnliche Athleten-Trainer-Beziehung. Wir haben zusammen so viel erlebt. Und er hat mich auch mit Trainingsplänen versorgt bzw. das Training mit mir besprochen, obwohl sich in den letzten Jahren die Prioritäten immer mehr verschoben haben. Das ist nicht selbstverständlich. Und natürlich möchte ich mich auch bei meinen Eltern bedanken, die mich als Bub ständig zu Wettkämpfen gefahren haben." Und wer stand bei seinem letzten Hindernisrennen bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Nürnberger Max-Morlock-Stadion wie damals im Jahr 2001 an der Bande? Genau!

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