3500 begeisterte Zuschauer beim PSD Bank Indoor Meeting 2020!

Das Sturmtief "Sabine" hielt auch die Organisatoren des 3. PSD Bank Indoor Meeting in Dortmund in Atem. Die enormen Windkräfte konnten zwar der Helmut-Körnig-Halle nichts anhaben, doch um die Zuschauer bei der An- und Abreise nicht zu gefährden, entschlossen sich die beiden Meeting-Chefs, Michael Adel und Yoshi Müller, nach Rücksprache mit dem Krisenstab der Stadt Dortmund das Hauptprogramm der Veranstaltung um eine Stunde vorzuziehen und deutlich zu kürzen. Der Besuch, auch wenn er aufgrund der Wetterverhältnisse für einige der 3500 Zuschauer mit Hindernissen verbunden war, lohnte sich auf jeden Fall, denn die Veranstaltung war gleichzeitig eine ideale Werbung für die Deutschen Hallenmeisterschaften 2021, die an gleicher Stelle stattfinden werden.

Im Fokus stand vor allem Publikumsliebling Gesa Krause, die im 3000 Meter-Lauf der Frauen als Vierte hinter Melissa Courtney-Bryant (Großbritannien, 8:49,78 min) und Luiza Gega (Albanien, 8:53,63 min) und Roseline Chepngetich (Kenia, 8:53,63 min) in 9:05,12 Minuten ins Olympiajahr startete. „Da ich seit der WM in Doha keinen Wettkampf mehr bestritten hatte, war es für mich wichtig, zur Formüberprüfung wieder an einem Lauf teilzunehmen und das Adrenalin im Körper zu spüren, und die Zeit geht für mich in Ordnung,“ betonte die WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis, die zwei Wochen vor dem PSD Bank Indoor Meeting Dortmund aus einem dreiwöchigen Höhentrainingslager in Kenia zurückkehrte.

Nach Gesa Krause avancierte in Dortmund auch Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) zum Publikumsliebling. Die Sportlerin des Jahres, die bei der Athleten-Präsentation bereits herzlich empfangen wurde, trat in der Helmut-Körnig-Halle allerdings nicht in ihrer Spezialdisziplin an, sondern über 60 Meter. Dort erfreute die Weitsprung-Weltmeisterin als Zweite in der Niederländerin N´Seedo (7,31 sec) mit 7,34 Sekunden. Damit egalisierte sie ihre persönliche Jahresbestleistung und blieb nur drei Hundertstelsekunden über ihrem Hausrekord. Wegen des verkürzten Programms wurde kein Finale über 60 Meter mehr ausgetragen. Bei den Männern ging der Sieg an Emre Barnes (Türkei) in 6,64 Sekunden vor Harry Aikines-Aryeetey (Großbritannien; 6,69 sec) und dem Italiener Massimiliano Ferraro (6,70 sec).

Cindy Roleder (SV Halle) musste sich bei ihrem Auftritt in Dortmund als Siegerin über 60 Meter Hürden mit der Zeit von 8,05 Sekunden begnügen und blieb damit rund eine Zehntel über ihrer Saisonbestzeit von 7,94 Sekunden. Für die Hallen-Europameisterin von 2017 ging diese Leistung unter den gegebenen Bedingungen in Ordnung, denn auch hier fiel der Endlauf aus. „Ich hätte gerne noch einen zweiten Lauf gehabt, aber ich bin dem Veranstalter dankbar, dass er die Veranstaltung trotz des herannahenden Orkans dennoch durchgezogen hat,“ lobte Cindy Rohleder die Verantwortlichen des Meetings. Die Plätze 2 und 3 gingen an Eline Berings (Belgien) und Devynne Charlton (Bahamas) in 8,07 bzw. 8,24 Sekunden. Über 60 Meter Hürden der Männer siegte Cameron Fillery aus Großbritannien in 7,85 Sekunden.

Ein hohes Niveau wies der Stabhochsprung der Männer aus. Gleich vier Stabartisten meisterten die Höhe von 5,70 Meter. Den Wettbewerb gewann Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen) vor Ben Broeders (Belgien), Menno Vloon (Niederlande) und Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen). „Ich bin trotz einer dicken Erkältung in Dortmund nur gesprungen, weil meine Großeltern sich Tickets für das Meeting gekauft hatten und ich sie nicht enttäuschen wollte. So gesehen war ich natürlich mit meiner Leistung zufrieden,“ freute sich der für Leverkusen startende Siegerländer. Auch sein Teamkollege Bo Kanda Lita Baehre trat zufrieden die Heimreise an. „Das war heute eindeutig meine beste Leistung in diesem Jahr, und da steckt noch einiges drin,“ erklärte der U23-Europameister.

Über 1500 Meter der Männer gibt es in Deutschland derzeit eine bemerkenswerte Leistungsdichte. Diese positive Entwicklung konnte man auch in Dortmund beobachten. Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) sorgte zu Beginn des Rennens für eine schnelle Fahrt, sodass die ersten 1000 Meter in 2:27,00 Minuten passiert wurden. Mohumed Mohamed (LG Olympia Dortmund) übernahm, nachdem Abele seinen Part erledigt hatte, couragiert die Führung, konnte diese im Finish aber nicht mehr halten und musste sich trotz seiner bisher zweitschnellsten Zeit von 3:40,95 Minuten mit dem sechsten Platz begnügen. Hinter dem Briten Piers Copeland, der mit 3:40,25 Minuten Saisonbestzeit lief, gefielen Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) als Dritter mit 3:40,33 Minuten und Marius Probst (TV Wattenscheid) als Fünfter mit 3:40,67 Minuten.

Ein spannendes Rennen gab es im 800 Meter-Lauf der Frauen, in dem die neunfache Deutsche Meisterin Christina Hering (LG Stadtwerke München) nach Zwischenzeiten von 59,50 Sekunden über 400 Meter und 1:33,05 Minuten über 600 Meter in 2:04,06 Minuten nach einem kurzen, aber knackigen Endspurt das Rennen vor ihrer Teamkollegin Katharina Trost (2:04,35 min) für sich entschied. „Der Lauf hat heute gezeigt, dass ich fit für die Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig bin. Das Laufen auf der neuen Dortmunder Bahn hat mehr sehr gut gefallen. Eine tolle Anlage,“ attestierte sie den Zuschauern, die ebenfalls von den neuen Bedingungen in der umgebauten Helmut-Körnig-Halle begeistert waren.

Im 800 Meter-Lauf der Männer erfreute Lokalmatador Steffen Baxheinrich (LG Olympia Dortmund) als Zweiter hinter dem Südafrikaner Tshepo Tshite (1:48,13 min) mit seiner neuen persönlichen Bestzeit von 1:49,88 Minuten (bisher 1:50,10 min). Über die halbe Distanz, den 400 Metern der Männer, konnte sich Samuel Garcia nach 46,81 Sekunden über einen neuen Meetingrekord freuen. Er gewann vor Acea Raidel (Portugal; 47,09 sec) und Jochen Dobber (Niederlande; 47,55 sec). In höheren Regionen wird die Luft immer dünner. Daher konnte Imke Onnen in Dortmund nicht dieselbe Höhe abliefern wie bei ihrem Höhenflug in Karlsruhe (1,96 m). Die 25-Jährige, die bis 1,85 Meter alle Höhen im ersten Versuch schaffte, dann aber an 1,88 Meter scheiterte, musste sich bei ihrem Auftritt in der Westfalenmetropole mit dem zweiten Platz hinter der Schweizerin Salome Lang (1,91 m) begnügen.

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